Biosiegel- was steckt dahinter?

Um uns - als VerbraucherInnen - den Weg durch den Dschungel unzähliger Biosiegel zu bahnen, finden Sie auf dieser Seite die wichtigsten Biosiegel und -labels, die in den diversen Bio- und Supermärkten zu finden sind. Vor allem was die Tierhaltung betrifft sind einige von ihnen nicht eindeutig beschrieben und lassen uns als VerbraucherInnen im Unklaren.

  • Deutsches Biosiegel
  • EU Biosiegel

Das Siegel des deutschen Verbraucherministeriums wird schrittweise vom europäischen Siegel abgelöst und entspricht der EG-Öko-Verordnung. Allerdings gibt es einige Punkte, die die Massentierhaltung betreffen, die auch durch das Siegel nicht auszuschließen sind. Die Futtererzeugung vom eigenen Hof ist nicht eindeutig vorgeschrieben, dafür gibt es eine weitreichende Liste von Futtermitteln, die zugekauft werden können. Zugelassen sind zum Beispiel konventionelles Soja und Trester aus Zitrusfrüchten. Um das Siegel zu erhalten reicht lediglich eine Teilumstellung des Hofes auf Öko. Was die Tierhaltung betrifft, gibt es noch viele Verbesserungen, die angestrebt werden sollten um die folgenden Punkte zu verhindern:

  • das Kastrieren von Ferkeln ohne Betäubung
  • Tiere dürfen bis zu 8 Stunden transportiert werden
  • 230 Legehennen auf einem Hektar
  • die Kuh hat 6 qm zum Leben --> gerade mal so viel dass sie sich wenden kann
  • der Auslauf liegt bei 4,5 qm
  • Bullen dürfen vor der Endmast bis zu 3 Monate ausschließlich im Stall gehalten werden
  • das natürliche Verhalten von Herdentieren wird stark durch viel zu große Populationen gestört, beispielsweise leben Schweine in Herden von 20-30 Tieren, die Schweinebuchten beherbergen allerdings 50-80 Tiere
  • das Enthornen der Rinder, das Kupieren von Schnäbeln und das Abschleifen von Zähnen ist zwar verboten, wird allerdings in Ausnahmefällen gestattet
  • der Einsatz eines Kuhtrainers ist nicht geregelt (in Deutschland ist er seit Ende 2010 verboten)
  • Silage-, Heu-, Grünfütterung sind nicht geregelt

Fazit ist, dass das EU Bio Siegel die Situation für Nutztiere nur ein wenig verbessert. Die Effizienz steht allerdings im Vordergrund und respektiert das Tier als Lebewesen noch lange nicht.

(Quellen: oekolandbau.de, wikipedia.de, welt.de, greenpromotion.de, demeter.de)

Die möglichen Alternativen

demeter Logo

Lebensmittel mit dem demeter Verbandssiegel sind ausschließlich biologisch, dynamisch erzeugte Produkte, die den strengsten Regeln unterliegen. Biologisch dynamisch gilt als nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung. Durch die obligatorische Tierhaltung ist eine Ernährung der Tiere durch 100% Biofutter vorgeschrieben. Die Tiere werden nicht nur art- sondern auch wesensgerecht gehalten, da das Konzept anthroposophischen Grundsätzen unterliegt. Wesentliche Unterschiede des demeter Siegels und des europäischen Bio Siegels sind in den nachfolgenden Punkten aufgeführt:

  • der Betrieb wird komplett auf Öko umgestellt
  • Verzicht auf das schmerzhafte Enthornen der Tiere
  • Tierbesatz ist an Flächen gebunden
  • 140 Legehennen / 1 Hektar
  • Transportwege von maximal 4 Stunden oder 200 km
  • maximal 30 % Umstellungsfutter ist zulässig
  • ausschließliche Fütterung durch Silage ist untersagt
  • im Sommer werden mehr als 50 % Grünfutter gegeben
  • im Winter wird ein möglichst hoher Anteil Heu gegeben

(Quellen: demeter.de, wikipedia.de, csr-food.de)

Logo Bioland

Der Verband für organisch-biologischen Anbau vertritt nahezu dieselben Richtlinien wie demeter. Die wichtigsten Punkte sind:

  • keine Gentechnnik
  • 100% Biofutter
  • keine chemisch-synthetisch hergestellten Dünger und Pestizide --> es wird Kreislaufwirtschaft betrieben
  • Kastration ausschließlich mit Betäubung
  • kurze Transportwege von maximal 200 km oder 4 Stunden
  • Tiere werden artgerecht gehalten
  • den Höfen ist es nicht gestattet parallel konventionellen Anbau zu betreiben
  • mindestens 50 % des Futters vom eigenen Hof
  • Gesamtbetriebsumstellung
  • Blut-, Fleisch-, Knochenmehle und Guano sind verboten
  • Kuhtrainer sind verboten

(Quellen: bioland.de, wikipedia.de, csr-food.de)

Logo Naturland

Naturland ist eine der weltweit größten Zertifizierungsorganisationen für Ökoprodukte und fördert weltweit den ökologischen Landbau. Die Richtlinien sind ähnlich streng wie bei demeter und Bioland. Die wichtigsten Punkte:

  • ökologische Aquakultur
  • Mangrovenflächen werden aufgeforstet
  • Netzgehege werden automatisch gereinigt und ohne Chemikalien
  • keine Verfütterung von Fischresten aus der konventionellen Aquakultur
  • empfiehlt die Kastration nur mit Betäubung
  • Transportwege von maximal 200 km oder 4 Stunden
  • flächengebundene Tierhaltung
  • 50 % des Futters muss aus dem eigenen Betrieb stammen
  • soziale Verantwortung ist in den Richtlinien verankert
  • schafft Transparenz durch lückenlose Warenrückverfolgbarkeit
  • strenge Tierbesatzobergrenzen
  • Legehennen dürfen von Anfang an ins Freie
  • Kuhtrainer verboten

2013 gab es einen Skandal, es ging dabei um falsch ausgezeichnete Eier, das Naturlandsiegel wurde diesem Hof sofort entzogen.

(Quellen: naturland.de, wikipedia.de, csr-food.de)

Logo Biokreis

Biokreis hat seine Schwerpunkte in Süddeutschland und trägt dazu bei, die ursprüngliche bäuerliche Landwirtschaft auf der Basis des ökologischen Landbaus lebensfähig zu erhalten. Die wichtigsten Punkte, was deren Tierhaltung betrifft, sind:

  • Umstellung des gesamten Betriebes ist erforderlich
  • 140 Hennen / 1 Hektar bzw. 10 Mastschweine / 1 Hektar
  • Junghennenaufzucht ist detalliert geregelt
  • kurzer Transport von maximal 4 Stunden
  • Rind wird nur vermarktet, wenn es auf einem Ökobetrieb geboren wurde
  • mindestens 50 % Futter vom eigenen Betrieb
  • keine auschließliche Silagefütterung

(Quellen: csr-food.de, biokreis.de, wikipedia.de)

Logo Biopark

Das Label Biopark konzentriert sich meist auf Fleisch produzierende Betriebe. Die wichtigsten Punkte für deren Tierhaltung sind:

  • Umstellung des gesamten Betriebes erforderlich
  • Verzicht auf Masthilfsmittel
  • artgerechte Tierhaltung mit Weidegang und Ausläufen
  • mindestens 50 % betriebseigenes Futter
  • Tierbesatz ist nach Betriebsgröße geregelt
  • treten für die Herkunftssicherheit ein
  • keine Gentechnik

(Quellen: biopark.de, wikipedia.de, csr-food.de)

Logo Gäa

Gäa hat seinen Schwerpunkt in den östlichen Bundesländern und ist eine Garantie für echte Bio-Produkte, die über die Anforderungen der EU-Öko-Verordnung hinaus gehen. Die wichtigsten Punkte, die Tierhaltung betreffend, sind:

  • Umstellung des gesamten Betriebes
  • Förderung von Landschaftspflege und Naturschutz
  • organische und synthetische Dünger dürfen streng begrenzt eingesetzt werden
  • Tierzucht im Einklang mit ökologischer Landwirtschaft
  • mindestens 50 % des Futters muss aus dem eigenen Betrieb stammen
  • keine Gentechnik
  • spezifische Richtlinien für Bienenhaltung, Fisch- und Teichwirtschaft

(Quellen: gaea.de, wikipedia.de, csr-food.de)

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