Biomasse ja - aber naturverträglich!

Holzstapel; Quelle: pixelio.de

Der BUND Brandenburg setzt sich ein für eine Energiezukunft ohne Kohle- und Atomkraftwerke. Er kämpft für eine Senkung des Energieverbrauchs, für den Ausbau der erneuerbaren Energien, für effiziente und dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung.

Dies setzt voraus, die ökologisch vertretbaren Potenziale der erneuerbaren Energien zu erschließen - und das gilt auch und gerade für die Biomasse.

Denn die energetische Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen spielt in einer Energieversorgung, die möglichst komplett auf die Erneuerbaren setzt, eine wichtige Rolle. Biomasse ist vielfältig und flexibel einsetzbar – von Holzpellets bis zum Biogas. Die Energie ist ohne Probleme zu speichern. Deshalb kann sie die optimale Ergänzung zu Wind- und Solarenergie sein.

Der BUND Brandenburg setzt sich ein für

• eine umwelt- und naturverträgliche Gewinnung der Biomasse

• eine effiziente energetische Nutzung der Biomasse

• bessere Nutzung von Reststoffen wie Mist und Gülle


Bioenergie auf falschem Weg

Einen Hektar Acker kann man jedes Jahr nur einmal nutzen. Entweder zum Anbau von Grundnahrungsmitteln wie Getreide oder zum Futteranbau für die Fleisch- und Milchgewinnung. Dazu brauchen wir im Schnitt rund fünfmal mehr Fläche als für Brotgetreide, um auf den gleichen Ernährungswert für Menschen zu kommen. Oder für die Energiegewinnung, etwa für Agrosprit oder Biogaspflanzen.

Ein großes Problem in vielen unserer Heimatregionen ist der Maisanbau. Er eignet sich hervorragend als Futter für Kühe, Schweine und für Biogas. Zusätzlich zu diesen Nutzungsformen wächst die industrielle, stoffliche Verwertung von nachwachsenden Rohstoffen, etwa für kompostierbare Tragetaschen und Verpackungsmaterial. Nach heutigem Kenntnisstand am besten für die Industrie geeignet:Mais.

Die Vermaisung ganzer Landstriche hat mit der intensiven Tierhaltung seinen Anfang genommen. Heute erhalten Landwirte pauschal 340 Euro pro Hektar und Jahr, egal ob dort Maismonokulturen für Schweinefutter oder für Biogas oder aber sortenreiches Kleegras wachsen. Seit dieser Entkopplung blieb die Milchproduktion auf hohem Niveau (ca. 10 Prozent oberhalb des Verbrauchs in der EU), die Schweinemast wurde sogar noch ausgeweitet und damit auch der Maisanbau.

Steigende Weizenpreise veranlassten die Futtermittelindustrie, statt Weizen mehr Mais ins Fertigfutter zu geben, auch bei Geflügelfutter. Etwa zur gleichen Zeit führte die Bundesregierung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz einen Bonus für nachwachsende Rohstoffe in Biogasanlagen (kurz Nawaro-Bonus) ein. Das Resultat: Mehr Mais. Seit 2003 haben wir über 230.000 Hektar Grünland verloren. Zudem sehen wir vielerorts sehr enge Fruchtfolgen, die einen hohen Pestizideinsatz erfordern.

Biomasse ist vielseitig

Holz, Stroh, Ölpflanzen, Zucker- und Stärkepflanzen, organische Reststoffe oder Bioabfall – all das kann als Biomasse genutzt werden. Den Großteil der Biomasse macht Holz aus, das in Form von Stückholz, Pellets oder Hackschnitzeln verbrannt wird. Bioabfall wie Gülle kann zur Produktion von Biogas genutzt werden. Außerdem kann Biomasse als Pflanzentreibstoff – Ethanol aus Zuckerpflanzen, Biodiesel aus Raps – genutzt werden. Letzterer schadet dem Klima allerdings mehr als er ihm nutzt und ist aus BUND-Sicht daher nicht empfehlenswert.

Weitere Infos

BUND-Position "Energetische Nutzung von Biomasse"



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