Tagebau Welzow-Süd I: Das Problem mit der Dichtwand

Der Tagebau Welzow-Süd I ist ein genehmigter und in Betrieb befindlicher Tagebau in der brandenburgischen Lausitz an der Grenze zu Sachsen. Jährlich werden hier rund 22 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Um das Ausmaß des Grundwassertrichters, der beim Abpumpen des Grubenwassers im Tagebau entsteht, zu begrenzen, ist in der zurzeit bestehenden wasserrechtlichen Erlaubnis zum Tagebau Welzow-Süd die Errichtung einer unterirdischen Dichtwand vorgesehen. 2010 hat Vattenfall mit dem Bau begonnen.

An sich ist der Bau einer Dichtwand zu begrüßen. Allerdings entspricht der Trassenverlauf in der Genehmigung der Vorzugsvariante von Vattenfall. Denn in dieser Variante ist der neue Tagebau Welzow-Süd II bereits mit eingeplant. Hierbei sind nachteilige Auswirkungen auf die Lausitzer Seenkette, den Natur- und Artenschutz sowie die Qualität und Quantität des Grundwassers zu erwarten. Daher hat der BUND Brandenburg eine alternative Trasse aufgezeigt, die unter den o.g. Gesichtspunkten der genehmigten Variante vorzuziehen ist.

Im Jahr 2009 hat der BUND Brandenburg daher Widerspruch gegen die wasserrechtliche Genehmigung eingelegt. Dieser wurde allerdings im Jahr 2010 zurückgewiesen. Als Begründung führte das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe an, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die Erteilung der Erlaubnis gegeben sind und keine Versagungsgründe vorliegen. Daraufhin wurde seitens des BUND Klage vor dem Verwaltungsgericht Cottbus erhoben, die aber mit Urteil vom 23.10.2012 (VG 4 K 321/10) abgewiesen wurde. Daher wurde ein Antrag auf Zulassung der Berufung bei dem Oberverwaltungsgericht gestellt, welchem Mitte 2016 stattgegeben wurde. Der BUND Brandenburg beantragte daraufhin die Aufhebung der Wasserrechtlichen Erlaubnis (WRE) für den Tagebau Welzow-Süd I beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg.

Ausführliche Informationen zur Problematik der Dichtwand finden Sie im Hintergrundpapier des BUND zur Wasserrechtlichen Erlaubnis für den Tagebau Welzow-Süd.

Rinnensystem und Dichtwandvarianten (TWS=Variante Vattenfall, TRB=Variante BUND)


  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
  • Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Subventionen für Vattenfall

Der Energiekonzern Vattenfall erhält indirekte Subventionen vom Land Brandenburg und aus dem Bundeshaushalt. Ein Hintergrundpapier finden Sie hier.

"Kohle nur noch zum Grillen"

Foto der Kampagne; Quelle: BUND Berlin

Kohle nur noch zum Grillen ist eine Kampagne des Arbeitskreis Klima und Erneuerbare Energien des BUND Berlin.

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