Der geplante Tagebau Jänschwalde-Nord

Neben Welzow-Süd II stellt auch der geplante Tagebau Jänschwalde-Nord ein für Vattenfall geeignetes Anschlussfeld dar. Der gewinnbare Braunkohlenvorrat beträgt nach derzeitigem Kenntnisstand rund 250 Mio. t Rohbraunkohle. Mit der Planung des Tagebaus sind die Ortschaften Kerkwitz, Grabko und Atterwasch mit 900 Einwohnern von Umsiedlung bedroht. Der Ort Groß Gastrose wäre zukünftig zwischen Tagebau und dem Grenzfluss Neiße eingezwängt, so dass die Einwohner immensen Beeinträchtigungen ausgesetzt wären. 

 

Grabkoer Seewiesen
Schenkendöbener See

Durch die Abbaggerung wären viele Naturschutzbereiche betroffen...

Ein wichtiger Naturschutzbereich ist das FFH-Gebiet „Pastlingsee Erweiterung“, welches sich durch drei Moore zusammensetzt, wie beispielsweise die Grabkoer Seewiesen. Diese dienen nachweislich dem Kranich als Brutplatz und werden bisweilen aufwendig von Vattenfall gegen eine Grundwasserabsenkung durch den bestehenden Tagebau Jänschwalde geschützt. Von der Abbaggerung wäre dann auch der Deulowitzer See zwischen Kerkwitz und Atterwasch, der als Naherholungsgebiet gilt und einen Badestrand sowie einen Naturlehrpfad aufweist, im Falle der Tagebaugenehmigung betroffen.  Aus geologischen Gründen ist des Weiteren die Errichtung von Dichtwänden nicht überall möglich, dadurch kann es durch die notwendige Grundwasserabsenkung zu Beeinträchtigungen der umliegenden Feuchtgebiete kommen. Betroffen wären dann z.B.  das gefährdete Quellmoor bei Atterwasch sowie die Naturschutzgebiete Calpenzmoor, Pastlingsee und die Feuchtwiesen Atterwasch mit dem Schenkendöbener See. 

 

Eisvogel

In diesen Schutzgebieten sind sehr viele gefährdete Pflanzen- und Tierarten vertreten, wie beispielsweise die stark gefährdete Orchideenart breitblättriges Knabenkraut, der Seeadler und der Eisvogel.  Der geplante Abbaubereich soll ebenso direkt an den Naturpark „Schlaubetal“ angrenzen, womit zumindest im südlichen Teil die naturverträgliche Erholung kaum noch möglich sein wird. Ebenfalls kommen 13 der im Naturpark „Schlaubetal“ gefundenen Tier- und Pflanzenarten brandenburgweit nur noch in diesem Schutzgebiet vor, weshalb dessen Beeinträchtigungen unbedingt zu vermeiden sind.

Der bisherige Stand:

Im Jahr 2008 hat die Vattenfall Europe Mining AG die entsprechenden Unterlagen für ein Braunkohleverfahren eingereicht. Der sogenannte Scoping-Termin im Rahmen der strategischen Umweltprüfung erfolgte Ende Mai 2011. Der Untersuchungsrahmen für die Umweltprüfung konnte nach einjähriger Auswertung festgelegt werden, aber der Planentwurf liegt noch nicht vor, womit auch das Beteiligungsverfahren noch aussteht. Demzufolge ist das Braunkohleplanverfahren noch nicht eröffnet und die bergrechtliche Genehmigung, der sogenannte Rahmenbetriebsplan, konnte noch nicht beantragt werden.



  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
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Subventionen für Vattenfall

Der Energiekonzern Vattenfall erhält indirekte Subventionen vom Land Brandenburg und aus dem Bundeshaushalt. Ein Hintergrundpapier finden Sie hier.

"Kohle nur noch zum Grillen"

Foto der Kampagne; Quelle: BUND Berlin

Kohle nur noch zum Grillen ist eine Kampagne des Arbeitskreis Klima und Erneuerbare Energien des BUND Berlin.

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