Bündnis "Heimat und Zukunft in Brandenburg" gegründet

Am 31.10.2011, hat sich in der Kirche des von Abbaggerung bedrohten Lausitz-Dorfes Atterwasch ein neues Bündnis "Heimat und Zukunft in Brandenburg" gegründet. Das Bündnis kämpft für einen verbindlichen Ausstieg aus der Braunkohle.

"Die einseitige Fixierung auf Braunkohle hat Brandenburgs Energiepolitik in eine Sackgasse geführt", heißt es im Gründungsaufruf. Auch die CCS-Technologie zur Abscheidung und unterirdischen Speicherung von CO2 sei "mit rationalen Argumenten nicht nachzuvollziehen", schon weil sie zu einer Erhöhung des Brennstoffbedarfs führe und mehr Braunkohle abgebaut werden müsse. Mit der drohenden Abbaggerung von Proschim, Grabko, Kerkwitz, Atterwasch und Teilen von Welzow würden jahrhundertealte Kulturlandschaften verschwinden.

Die Forderungen des Bündnisses sind:

1. Neuausrichtung der energiepolitischen Ziele unter Einbeziehung des tatsächlichen Bedarfs, vorhandener Potentiale zum Energiesparen und zur Steigerung der Energieeffizienz sowie neuester wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse.
2. Förderung der erneuerbaren Energien Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme in dezentralen mittelständischen Strukturen unter Rahmenbedingungen, die Wildwuchs vermeiden und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen.
3. Verbindlicher Ausstieg aus der Braunkohleverstromung, keine Genehmigung von neuen Tagebauen, angemessener Abstand der bereits genehmigten Tagebaue zu den Dörfern, Verzicht auf CCS und Einstellung aller vorbereitenden Untersuchungen.

Knapp 200 Menschen haben die Erklärung bereits unterzeichnet. Weitere Infos finden sich auf der Internetseite des Bündnisses.

Allianz für Welzow

Welzow ist ein Begriff, der bei Kennern unterschiedliche Emotionen hervorruft. Die einen sind begeistert davon, dass an diesem Ort nun schon über 150 Jahre Bergbau in immer größerem Maße betrieben wird, die anderen, die nicht vom Bergbau profitieren, sprechen es offen aus, dass durch den Bergbau für den Ort erhebliche Nachteile entstehen und noch lange Zeit fortwirken werden.

Bisher ist es noch keiner Regierung und auch keinem Bergbauunternehmen gelungen, diesen Widerspruch verträglich auszugleichen. Es ist ja auch verständlich, dass ein Unternehmen auf Gewinnoptimierung ausgerichtet ist und die notwendige Akzeptanz kann nur durch zusätzliche Kosten für die Einwohner des betroffenen Ortes erreicht werden. Deshalb werden Akzeptanzmaßnahmen nur in dem Umfange an die Bürger gegeben, wie sich der Widerstand regt. Hierfür ist der sächsische Ort Schleife ein beredtes Beispiel, denn dort hat man in dieser Hinsicht mehr erreicht als in den vom Bergbau betroffenen Gemeinden Brandenburgs.
Eigentlich müsste der Staat sich um die vom Bergbau betroffenen Bürger besonders kümmern. (Vor allem um die so genannten Randbetroffenen, die nicht umgesiedelt werden) Da aber die Vertreter der Bergbauunternehmen eine ausgezeichnete Lobbyarbeit leisten und der Staat sich in einer gewissen Abhängigkeit von Vattenfall befindet, werden von Seiten der Landesregierung keine Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation der Welzower Bürger getroffen, die zu einer Anspannung des Verhältnisses zwischen Landesregierung und Vattenfall führen könnten.
Auf Grund der geschilderten Situation haben sich in Welzow seit etwa 20 Jahren immer wieder Bürgerinitiativen gebildet, die für einen gerechten Ausgleich zwischen den Einwohnern und dem Bergbauunternehmen eintreten, Die Bergbauunternehmen versuchen dem entgegenzuwirken, indem sie aus ihren Reihen ihnen genehme Vertreter in politische Funktionen der Stadt, wie z.B. die Stelle des Bürgermeisters einschleusen. Auch bei der letzten Kommunalwahl wurde durch Vattenfall eindeutig die Kandidatin der SPD gefördert.

http://www.allianz-für-welzow.de

Zukunft statt Braunkohle

Schon Ende 2005 haben sich die großen, bundes- und europaweit agierenden Umweltverbände und verschiedene lokale Initiativen informell zu dem Aktionsbündnis „Zukunft statt Braunkohle“ zusammen geschlossen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten u.a. der BUND, Greenpeace, der NABU, Eurosolar, das Aktionsbündnis Stommelner Bürger „Leben ohne BoA“ und die Lokale Agenda 21 Pulheim. Zahlreiche andere Organisationen folgten. Die Bürgerforen und Veranstaltungen in Pulheim, Berlin, Cottbus und Vielank waren der Auftakt einer breiten Bürgerbewegung gegen Braunkohle.

http://zukunft-statt-braunkohle.de



  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
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Subventionen für Vattenfall

Der Energiekonzern Vattenfall erhält indirekte Subventionen vom Land Brandenburg und aus dem Bundeshaushalt. Ein Hintergrundpapier finden Sie hier.

"Kohle nur noch zum Grillen"

Foto der Kampagne; Quelle: BUND Berlin

Kohle nur noch zum Grillen ist eine Kampagne des Arbeitskreis Klima und Erneuerbare Energien des BUND Berlin.

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