Alleen in Gefahr

Aktion gegen Tausalz in Alleen; Quelle: BUND

Unsere Bäume sind einer Vielzahl schädigender Umwelteinflüsse ausgesetzt. Besonders der Standort Straße setzt den Bäumen zu – schlechte Böden, Abgase usw. Hauptschadensfaktor neben den Schadstoffemissionen der PKW und LKW (SO², NOx, O³ etc.) ist das Tausalz, das im Winter in Massen auf Brandenburgs Straßen ausgebracht wird.

Tausalz - Ganzjahresgefahr für Alleebäume

Das auf den Straßen ausgebrachte Salz schädigt Alleebäume nachhaltig, darüber hinaus sind die häufigsten Alleebaumarten in Brandenburg besonders salzempfindlich. Der Einsatz von Tausalz kann zur Verschlämmung und Verdichtung der Straßenrandböden führen. Der Boden wird nicht mehr ausreichend durchlüftet und die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und zu speichern, wird gestört.

Hohe Salzzufuhr stört den Nährstoffhaushalt der Pflanzen. Ein besonderes Problem ist die mangelnde Selbstentsorgung des Salzes, denn es sammelt sich in Pflanzenteilen, im Laub und im Boden über Jahre an und wird somit immer wieder von den Bäumen selbst aufgenommen.

Tausalzgeschädigte Blätter; Quelle: BUND

Salzgeschädigte Bäume weisen typische Symptome auf: die Blätter treiben erst spät im Frühjahr aus. Sie sind kleinflächiger, oft gekräuselt und zeigen Nekrosen (Absterben von Gewebeteilen) an Blatträndern und Spitzen. Weitere Folgen sind frühzeitige Alterserscheinungen der Bäume wie Verfärben der Blätter und vorzeitiger Laubabfall bis hin zum Absterben von Pflanzenteilen oder des ganzen Baumes.

Dabei spielen im winterlichen Straßenverkehr eigentlich ganz andere Faktoren als „trockene“ Straßen eine Rolle: eine Anpassung der Verhaltensweisen an die Witterung und die Straßenverhältnisse ist unumgänglich. Es muss eingesehen werden, dass im Winter nie die gleichen Verhältnisse wie im Sommer erreicht werden können und konsequenterweise daraus auch Verantwortung bei den VerkehrsteilnehmerInnen liegt.

Hintergrundpapier Tausalz


Straßenbau

Gefällte Alleebaumreihe; Foto: Gisela Ziehm

Mit dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur nach der Wende in den neuen Bundesländern brachen schwere Zeiten für die Alleen an. Viele Kilometer Alleen sind dem Straßenaus- und Neubau zum Opfer gefallen. Andere Faktoren wie Fahrbahnerneuerungen oder das Verlegen von Leitungen führen häufig zu Wurzelbeschädigungen und damit langfristig zum Alleebaumsterben.
Straßenverbreiterungen beispielsweise stellen ein doppeltes Problem dar: Zum einen führen verbreiterte Straßen zu höheren Geschwindigkeiten des Verkehrs und erhöhen damit die Unfallgefahr. Zum anderen werden Bäume häufig an den Wurzeln geschädigt.

Werden Wurzeln beim Straßenbau verletzt, dringen holzzersetzende Pilze ein. Bei einer Verdichtung des Bodens fehlt ihnen Sauerstoff, sie können nicht mehr atmen und sterben langsam ab. Ein maßvoller und baumschonender Straßenbau ist daher unumgänglich.


Schnittmaßnahmen

Schädigender Baumschnitt; Foto: Gisela Ziehm

So manche Schnittmaßnahme ist keine Baumpflege – unsachgemäßer Baumschnitt bedroht viele Alleebäume. Die Beseitigung von Blattmasse führt zu Energieverlust am Baum und bei großflächigen Schnittmaßnahmen werden ihm zudem Wunden zugefügt, die durch Krankheitserreger infiziert werden können. Besser ist es da, bei Bedarf lieber häufiger zu schneiden, dafür aber jeweils weniger Blattmasse zu entfernen. Besonders problematisch sind Fehler bei der Jungbaumpflege, wo die Bäume kaum oder nur durch kostenintensive Pflege Chancen haben, ein hohes Alter zu erreichen. Ein sorgsamer Umgang hingegen spart Kosten und lässt Jungbäume zu schönen und gesunden Allee-„Riesen“ heranwachsen.


Anfahr- und Mahdschäden

Ca. 4.000 Anfahrschäden an Alleebäumen gibt es in Brandenburg pro Jahr. Im Bereich des Aufpralls reicht die Verletzung meist bis in den Holzkörper hinein. Bei Unfällen während der Vegetationsperiode wird die Rinde oftmals großflächig vom Holzkörper abgeschert, da sie sich zu dieser Zeit relativ leicht löst. An solchen Stellen entsteht nachfolgend häufig eine Fäulnis. Das ist dann meist das Todesurteil für diese Bäume, da sie aus Gründen der Verkehrssicherung häufig frühzeitig gefällt werden müssen.