Am 20. Oktober ist der "Tag der Allee"

Erstmalig am 20. Oktober 2008 wurde der bundesweite "Tag der Allee" durch ein Bündnis aus dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Alleenschutzgemeinschaft (ASG), der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SdW) und der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Alleenstraße ausgerufen.

Seither wird an diesem Datum jährlich die „Allee des Jahres“ gekürt. Jeden Sommer findet ein Alleen-Fotowettbewerb statt, dessen Sieger im Herbst durch eine Jury bestimmt wird. Im Folgenden sehen Sie die Gewinnerbilder der letzten Jahre.

Alle Infos zum Wettbewerb sowie alle Beiträge finden sich unter www.allee-des-jahres.de

Allee des Jahres 2016

Allee 2016; Foto: Baumann

„Alleen verbinden“ war das diesjährige Motto des bundesweiten Fotowettbewerbes zur Allee des Jahres. Das Siegerfoto von Heinrich Baumann aus Wattmannshagen konnte sich gegen 154 weitere Vorschläge durchsetzen, die von einer Jury des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gesichtet wurden.

Die „Allee des Jahres“ soll zum Tag der Allee am 20. Oktober 2016 bekannt gegeben und vor Ort ausgezeichnet werden. Anlass für die Auszeichnung ist der „Tag der Allee“ am 20. Oktober, den Umweltschutzorganisationen vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben hatten.

Katharina Brückmann, BUND-Expertin für Baum- und Alleenschutz über die ausgezeichnete Allee: “Diese Ahornallee verkörpert alles, was wir an einer Allee so lieben, den Tunnel, der hier wie eine Kathedrale wirkt und die Erhabenheit alter Bäume. Diese Allee verbindet Biotope längs der Straße und auch quer über die Straße. Gleichzeitig zeigt das Foto auch alle Schwierigkeiten, mit denen die Alleebäume heute zurechtkommen müssen. Der ländliche Weg ist sicher kaum befahren und war vor noch nicht allzu langer Zeit noch unbefestigt. Leider werden immer mehr unbefestigte Wege asphaltiert, selbst da, wo eine wassergebundene Deckschicht oder Betonspurbahnen möglich und besser wären. Das Foto zeigt wie Asphalt die lebensnotwendigen Bodenbereiche der Bäume versiegelt. Aber auch von der Ackerseite sind die Bäume arg bedrängt. Wichtig wäre hier ein Saumstreifen, der nicht bewirtschaftet wird.“

Der zweiten Platz des Fotowettbewerbes geht nach Brandenburg. Kerstin Rehmann aus Bad Schmiedeberg fotografierte eine blühenden Lindenallee auf dem Oder-Neiße-Radweg in Richtung Norden. Angeregt wurde sie durch einen Vortrag zu Alleen in der dortigen Stadtkirche von Bad Schmiedeberg.

Das drittplatzierte Foto wurde von Birgit Schlag eingereicht und zeigt eine Lindenallee in einem mecklenburgischen Dorf. Das Urteil der Jury: “Das Zusammenspiel der Farben der Allee mit dem blühenden Rapsfeld im Hintergrund lässt den Sommer erstrahlen. Das Bild lässt die Weite der Allee wunderbar erahnen.“

Den Sonderpreis für Alleen in Parkanlagen erhielt Horst Jürgen Schunk für sein Foto „Die Schlossallee im Park von Schloss Seehof in Memmelsdorf, vor den Toren Bambergs“. Diese Parkanlage liegt in Oberfranken, Bayern. Der Besucher wandelt wie durch geheimnisvolle Tore in dieser wunderschönen Allee.

Mit der Prämierung der „Allee des Jahres“ will der BUND auf die deutschlandweite Gefährdung von Alleebäumen sowie auf die Bedrohung der biologischen Vielfalt aufmerksam machen.

 

Druckfähige und autorisierte Fotos der drei prämierten Alleen aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Bayern sind ab 20.10.2016 0:00 Uhr zum freien Download verfügbar:

(http://www.bund.net/presse/bild_und_ton/aktionen_und_projekte/)

Fotos können kostenfrei unter Angabe des Bildautors gedruckt werden.

Weitere Informationen und sämtliche Foto-Wettbewerbsbeiträge finden Sie in der Galerie unter www.allee-des-jahres.de

 

Allee des Jahres 2015

Siegerfoto / BUND

Allee des Jahres 2015 ist eine Eichenallee im Landkreis Verden in Niedersachsen zwischen Kirchlinteln und Kükenmoor. Das Siegerfoto von Antje Hansen-Käding aus Niedersachsen konnte sich gegen 170 weitere Vorschläge durchsetzen, die von einer Jury des BUND im Rahmen des bundesweiten Fotowettbewerbs zur „Allee des Jahres“ gesichtet wurden. Die ausgezeichnete Allee mit den majestätischen Eichen erstreckt sich über ein 500 Meter langes Teilstück zwischen den fünf Kilometer voneinander entfernten Orten Kükenmoor und Kirchlinteln. „Die Allee führt durch Felder und Weiden und steht beispielhaft für wunderschöne alte Alleen im ländlichen Niedersachsen“, sagte Alleenexpertin Brückmann. „Die von mächtigen Eichen gesäumte Kopfsteinpflasterstraße ist wie ein Sinnbild dafür, dass Alleen sowohl wertvolle Natur- als auch Kulturschätze sind. Das hat die Jury überzeugt“, so Brückmann. „Die Kopfsteinstraße ist noch vollständig in ihrer Ursprünglichkeit enthalten, ein Teil ist mit Feldsteinpflaster befestigt. Es gibt nur noch sehr wenige Kopfsteinpflasterstraßen dieser Art. Unsere Vorfahren haben die Steine für solche Straßen per Hand bearbeitet und verlegt. Diese Handwerkskunst ist heute kaum noch zu finden“, sagte die Alleen-Expertin. Die  besondere Qualität der „Allee des Jahres 2015“ sind die bis etwa 100 Jahre alten Eichen, denn solche Altbäume werden besonders von den seltensten und am stärksten gefährdeten Arten als Lebensraum benötigt. „In den meist intensiv bewirtschafteten deutschen Wäldern sind solche Bäume kaum noch zu finden“, so Brückmann. „Daher sind mehr als hundertjährige Alleen mit all ihren Strukturen, wie abgestorbenen Ästen, Pilzbesatz und Höhlenbildungen, wichtige Lebensräume. Insbesondere Eichen dienen von der Wurzel bis zur Krone als Habitat für tausende Tiere, Pflanzen und Pilze. Etwa 400 Schmetterlingsarten sind beispielsweise direkt oder indirekt auf Eichen angewiesen“, erklärte Brückmann. Für spezielle Käferarten spielen alte Alleen eine entscheidende Rolle bei der Vernetzung von Biotopen, da zahlreiche der an alte Bäume gebundenen Käferarten nur ein geringes Ausbreitungsvermögen besitzen. Fledermäuse nutzen Alleen zudem zur Orientierung zwischen Wohnstätte und Nahrungshabitat.

Allee des Jahres 2014

Allee des Jahres 2014 / Foto: Käding

Anlässlich des „Tages der Allee“ am 20. Oktober hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die „Allee des Jahres 2014“ gekürt. Aus den 139 Einsendungen eines bundesweiten Fotowettbewerbes wählte eine Jury eine Lindenallee zwischen Bisdorf und Batevitz im Landkreis Vorpommern-Rügen, fotografiert von Bernd Käding aus Wilhelmshaven. Damit geht der Titel „Allee des Jahres“ zum dritten Mal in sieben Jahren nach Mecklenburg-Vorpommern.

Allee des Jahres 2013

"Tunnelblick" von Thomas Ulrich

Die „Allee des Jahres 2013“ steht zwischen Augustdorf und Schlangen-Oesterholz am Teutoburger Wald in Nordrhein-Westfalen. Das Foto von Thomas Ulrich zeigt eine geschlossene Allee aus etwa einhundertfünfzigjährigen Linden, die beispielhaft für die Bedeutung von älteren Alleen für die Artenvielfalt ist. Die Linden der Allee bieten durch Blüte und Höhlenbildung einer Vielzahl von Insekten, Fledermäusen und Vögeln einen Lebensraum. Die baumfreundlich gepflasterte Straße führt über einen Truppenübungsplatz, weshalb sie im Normalfall nicht verlassen werden darf und das Anhalten verboten ist. Nach Einstellung der militärischen Nutzung soll das Gebiet in den künftigen Nationalpark Senne-Egge überführt werden. 

Allee des Jahres 2012

Allee des Jahres 2012; Foto: Christian Wonitzki

Wie im vergangenen Jahr hat auch 2012 eine Allee aus Brandenburg das Rennen gemacht. Fotos der hundertjährigen Lindenallee zwischen Densow und Annenwalde bei Templin in der Uckermark überzeugten die Jury vor allem aufgrund der außergewöhnlichen Dichte des Blätterdachs. Christian Wonitzki aus dem thüringischen Greiz hat mit seinem Bild "Alleen machen Autos zu Zwergen" damit zwei Übernachtungen für zwei Personen auf der Burg Lenzen an der Elbe gewonnen.

Allee des Jahres 2011

Allee des Jahres 2011; Quelle: Klaus Michalek -stadtwind

Zum "Tag der Allee" am 20. Oktober hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die "Allee des Jahres 2011" gekürt. Aus über zweihundertfünfzig Beiträgen des bundesweiten Fotowettbewerbes wählte die Jury eine Ahorn-Eschen-Allee in Kremmen, Landkreis Oberhavel, aus. Fotografiert wurde sie von Klaus Michalek-stadtwind, eingereicht vom Bürgerverein Linumhorst, der seit vielen Jahren die Allee in einer Patenschaft betreut. Die imposante Allee sei Mitte der 1920er Jahre angelegt worden und weise bis heute sehr wenige Lücken auf, was sie zu einem seltenen Naturgut mache, so die Jury in ihrer Begründung. Mit ihrem alten Baumbestand böte die Allee Lebensraum für viele Tierarten.

Die Allee des Jahres 2010

Die "Allee des Jahres 2010" befindet sich in Solzow bei Vipperow (Mecklenburg-Vorpommern). Es handelt sich hierbei um eine Kastanienallee, die in den 1920er und 1930er Jahren gepflanzt wurde. Obwohl in den Nachkriegszeiten zur Brennholzgewinnung jeder zweite Baum gefällt wurde, blieb der Alleencharakter erhalten. Heute dienen die Bäume als Lebensraum für viele Tierarten, wie den Marder oder den Kauz. Außerdem bieten sie während der Blüte im Frühjahr einen wunderschönen Anblick und sind im Sommer hervorragende Schattenspender. Gefährdet sind die Kastanien vor allem durch die Miniermotte. Diese legt ihre Eier in den Blättern der Kastanie ab, was zu einem vorzeitigen Blattverlust führt.

Eingesendet wurde das Foto von Martina Pudert, die somit Gewinnerin des  Fotowettbewerbes 2010 ist.

Die Allee des Jahres 2009

"Allee des Jahres 2009"eine Birnbaumallee in Niedersachsen, Bohnenburg / Amt Neuhaus an der Elbe; Foto: Joachim Roemer

"Allee des Jahres 2009" war eine Birnbaumallee in Niedersachsen bei Bohnenburg/Amt Neuhaus an der Elbe.
Anlässlich des „Tages der Allee“ am 20. Oktober hat der BUND die „Allee des Jahres 2009“ gekürt. Aus über 250 Wettbewerbsbeiträgen eines bundesweiten Fotowettbewerbs wählte eine Jury eine Birnbaumallee bei Bohnenburg im Amt Neuhaus an der Elbe. Die niedersächsische Allee ist beispielhaft für die Bedeutung alter Obstbaumalleen in der Kulturlandschaft. Sie sind Lebensraum vieler, teils bedrohter Tierarten und bestehen zumeist aus alten und widerstandsfähigen Obstsorten. Die weiße Baumblüte im Frühjahr ist ein besonderes Landschaftserlebnis.
Gewinner des Fotowettbewerbs und damit Ideengeber für die Allee des Jahres 2009 ist Joachim Roemer aus Lüneburg, der das Foto der blühenden Birnenallee einsandte.

Allee des Jahres 2008

Allee des Jahres 2008; Quelle: BUND MV

2008 wurde am 20. Oktober erstmals der "Tag der Allee" und dazugehörig die "Allee des Jahres" ausgerufen. Gewonnen hatte die Rügener Allee entlang der Kreisstraße RÜG5 zwischen Silenz und Neuenkirchen. Die Allee zeichnet sich durch einen alten Bestand besonders schützenswerter Bäume aus. Rund tausend Bergahorn, Spitzahorn, Eschen und Linden, die meisten zwischen 80 und 100 Jahre alt, säumen die Kreisstraße. Seit dem Jahr 2000 kümmern sich Alleen-Paten mit großem Engagement um diese Allee.