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16. Januar 2008

BUND: Brandenburg muss Gentechnikgesetz im Bundestag stoppen

Noch im Januar möchte der Bundestag das neue Gentechnikgesetz beschließen. Am 15. Februar soll es den Bundesrat passieren. Der Aufdruck „ohne Gentechnik“ wird verwässert. In Zukunft fallen darunter auch Nutztiere, die mit genveränderten Zusatzstoffen gefüttert wurden. Der BUND sieht eine Verschlechterung des derzeitigen Gentechnik-Gesetzes und spricht von Etikettenschwindel und Verbrauchertäuschung.

Zur ersten Lesung kam die Novelle des Gentechnik-Gesetzes am 8.11 in einer „Nacht und Nebel-aktion“. Zur „Geisterstunde“ gegen 4:00 Uhr morgens wurde ein politisch und gesellschaftlich höchst umstrittenes Thema lediglich zu Protokoll gegeben. Nach nur 2 Monaten soll das Gesetz nun verabschiedet werden, ohne die Öffentlichkeit ausreichend zu informieren.

Ein Hauptkritikpunkt des BUND: die falsche Kennzeichnung von Lebensmitteln mit dem Etikett „ohne Gentechnik“. So sollen künftig tierische Lebensmittel diese Bezeichnung bekommen, auch wenn zuvor gentechnisch veränderte Zusatzstoffe wie Vitamine, Enzyme und Medikamente eingesetzt wurden.

Auch Nutztiere können mit dem Etikett werben, wenn sie drei Viertel ihres Lebens (Rinder), oder vier Monate vor der Schlachtung (Schweine) kein genverändertes Futter mehr bekommen haben.

„Das hat mit Transparenz überhaupt nichts mehr zu tun. Dem Verbraucher wird mit diesem Etikettenschwindel vorgegaukelt, gentechnikfreie Lebensmittel zu erwerben. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall,“ so Axel Kruschat Landesgeschäftsführer des BUND Brandenburg.

„Ich kann nur allen Brandenburger Bundestagsabgeordneten raten, sich für alle Verbraucher stark zu machen und dieser Gesetzesvorlage nicht zuzustimmen,“ so Kruschat weiter.

Der BUND hält das derzeitige Gentechnikgesetz für völlig ausreichend. Die geplante Novellierung ist eine Verschlechterung zu Gunsten der Agro-Industrie und zu Lasten von Verbrauchern, der Umwelt und der gentechnikfreien Produktion.

Hintergrund

618 märkische Landwirte betrieben im Jahr 2006 ökologische Landwirtschaft auf einer Gesamtfläche von circa 128000 ha. Das sind nahezu 10% der gesamten Anbaufläche in Brandenburg. Brandenburg ist damit bundesweiter Spitzenreiter. Dem gegenüber gibt es nur eine Handvoll von Bauern, die auf verschwindend geringen 0,15% Anbaufläche genetisch verändertes Saatgut auf ihre Äcker brachten. Auch Landwirtschaftsminister Dietmar Woidke (SPD) lehnt Gentechnik auf märkischen Äckern ab.

 

Pressekontakt: Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net; Maik Heunsch, Pressestelle, Tel. 0331-23700142, E-Mail: presse.brandenburg@bund.net

 




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