28. August 2007
„330 Vierzigtonner am Tag oder alle 2 Minuten ein Schwerlastfahrzeug“
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Brandenburg und die Bürgerinitiative Eulengrund warnen vor einer überdimensionierten Biogasanlage Gerswalde.
Der BUND und die Bürgerinitiative Eulengrund haben zu der im Bebauungsplan Nr. 2 Gerswalde geplanten Erweiterung der Biogasanlage Gerswalde von 2 auf 10 Blöcke eine umfangreiche Stellungnahme abgegeben, welche zusammen mit dem Rechtsanwalt Peter Kremer erarbeitet wurde.
In der Stellungnahme wird nachgewiesen, dass sich die geplante Anlagengröße negativ auf die gesamte Region auswirken wird. Die erhofften zusätzlichen Arbeitsplätze werden im Saldo nicht entstehen, da durch die Beeinträchtigung von Natur und Landschaft und die erhebliche Zunahme des Verkehrs das touristische Potential der Region entwertet wird. Von Touristen genutzte Wanderwege und Alleen wie der Wallpfad werden für massenhaften Schwerlastverkehr umfunktioniert. Daher wenden sich auch zahlreiche örtliche Tourismusanbieter und wichtige Arbeitgeber der Region gegen den Bebauungsplan. Das dem B-Plan beigefügte Verkehrskonzept weist gravierende Mängel auf. So werden Wegebeziehungen zwischen Anbaufläche, Silo und Anlage nicht berücksichtigt und erforderliche Fahrten unterschlagen.
Außerdem stellt die Erweiterung der Biogasanlage einen erheblichen Eingriff in das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin da. Einerseits werden direkt Vogel- und FFH-Schutzgebiete getroffen, Hierbei sind unmittelbar die FFH-Gebiete „Schwemmphuhl“ und „Eulenberge“ betroffen; andererseits besteht die Gefahr, dass die großen Mengen an benötigter Biomasse zu Monokulturen in der Region führen. Dies würde eine verstärkte Belastung von Mensch und Natur mit Düngemitteln und Pestiziden mit sich bringen. Darüber hinaus würde die Monokultur zu einer weiteren Einschränkung der Artenvielfalt führen.
„Die Biomasse kann eine Beitrag zum Klimaschutz leisten.“, so Thomas Volpers stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Brandenburg, „Man darf aber die positiven Möglichkeiten durch nachwachsende Energieträger durch Fehlplanungen bei der Dimensionierung und der Standortwahl nicht verschenken“.
Pressekontakt:
Thomas Volpers, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Brandenburg, Tel. 039885-3287
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